Einer der wichtigsten Baustoffe für unsere Körperzellen, für Muskeln, Knochen, alle Gewebe, Hormone oder auch für das Blut ist Protein. Genauer gesagt, seine kleinsten Bestandteile: die Aminosäuren. Von ihnen sind 8 essenziell – der Körper kann sie nicht selbst herstellen, wir müssen sie mit der Nahrung aufnehmen.
Bis der Körper Proteine aus tierischer oder pflanzlicher Quelle zerlegt hat, braucht es einige Zeit. Das merkt man daran, dass man nach einer Portion Fisch oder einem Omelett lange satt ist.
Bei der Verdauung von Protein verbraucht der Körper sogar noch extra Energie – so verpufft gut ein Viertel der aufgenommenen Energie. Ausserdem sind Proteine unentbehrlich für den Muskelaufbau. Ein Muskel besteht zu 20% aus Protein. Um zum Beispiel beim Krafttraining Muskeln aufzubauen und zu erhalten, ist eine regelmässige Proteinzufuhr notwendig. Muskeln wiederum verbrennen Energie aus Kohlenhydraten und Fetten, das beschleunigt das Abnehmen und hilft vor allem auch dabei, das Gewicht zu halten.
Weil Protein lebenswichtig ist, sollten gesunde Erwachsene jeden Tag 0,8 – 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Normalgewicht essen und das gleichmässig auf die Hauptmahlzeiten verteilt. Sportler brauchen je nach Sportart bis zu 1,8 Gramm, ältere und kranke Menschen bis zu 1,5 Gramm.
Biologische Wertigkeit:
Wichtig für eine gute Verwertung von Nahrungsprotein ist nicht nur die Menge, sondern die Qualität. Letzteres ist abhängig von der sogenannten biologischen Wertigkeit (BW). Sie gibt ab, wie viel Gramm körpereigenes Protein (z.B. Muskeln) auf 100 Gramm Nahrungsprotein gebildet werden kann. Je höher die BW, desto besser können wir das Nahrungsprotein in Körperprotein umbauen. Ein Hühnerei hat ein ähnliches Aminosäuren-Muster wie menschliches Protein und gilt damit mit einer BW von 100 als Referenz. Durch eine variantenreiche Lebensmittelkombination lässt sich die biologische Wertigkeit erhöhen. Dieser Aufwertungseffekt ergibt sich dadurch, dass sich die Aminosäuremuster verschiedener Lebensmittel ergänzen. Man spricht auch von dem biologischen Ergänzungswert.